{"id":187,"date":"2011-12-14T16:50:55","date_gmt":"2011-12-14T14:50:55","guid":{"rendered":"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/?p=76"},"modified":"2013-01-20T21:11:10","modified_gmt":"2013-01-20T20:11:10","slug":"hochschwulwahlen-an-der-uni-giessen-2012-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abstqr-giessen.de\/?p=187","title":{"rendered":"Hochschwulwahlen an der Uni Gie\u00dfen 2012 (2)"},"content":{"rendered":"<p>Wir stellen nun die &#8222;Erkenntnisse&#8220; vor, die wir aus dem Lesen der einzelnen  Wahlprogramme erhalten haben. Warum wir uns die Wahlprogramme nach den einzelnen Gesichtspunkten angeschaut haben, erl\u00e4uterten wir <a href=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/2011\/12\/14\/hochschulwahlen-an-der-uni-giessen-2012-1\/\">hier<\/a>. Falls ihr Erg\u00e4nzungen habt oder Ungenauigkeiten erkennt: Einfach in die Kommentare posten oder uns zu mailen. Wie gesagt; wir sprechen keine Wahlempfehlungen aus.<\/p>\n<h2>(1) nicht-heteronormative Identit\u00e4ten<\/h2>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni. &#8222;<\/strong>spricht sich f\u00fcr die gleichgestellten Rechte von Personen jeglicher sexueller Orientierung aus und daf\u00fcr dass Personen nicht auf Grund von Geschlecht und sexueller Orientierung diskriminiert werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Demokratische Linke&#8220;<\/strong> erw\u00e4hnt nicht explizit sexuelle Identit\u00e4ten von Studierenden, bezieht sich jedoch immerhin auf Homosexuelle, die auch w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs verfolgt wurden (und immer noch gerne vergessen werden, wenn es um die geht, welche die Nationalsozialist_innen verfolgt haben)<\/p>\n<p>Die <strong>&#8222;Jusos&#8220; <\/strong>erw\u00e4hnen, dass Personen immer noch auf Grund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden.<\/p>\n<p>Keine Erw\u00e4hnung finden sexuelle Identit\u00e4ten bei: &#8222;Die Demokratie&#8220;, &#8222;Linke.SDS&#8220;, &#8222;LHG&#8220; und &#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;.<br \/>\n&#8222;Projekt Zukunft!&#8220; und RCDS (&#8222;Die StudentenUnion&#8220;)  \u00e4u\u00dfern sich zu sexueller Orientierung wenig, aber sehr \u00e4hnlich:<br \/>\nStudentenUnion: &#8222;Niemand darf aufgrund seines Geschlechts, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Eine Gleichstellung ist genau dann erreicht, wenn diese Eigenschaften in Entscheidungsprozessen keine Rolle spielen. (&#8230;) Der RCDS lehnt Quotenregelungen als diskriminierendes Element ab.\u201c<br \/>\nVs.<br \/>\nProjekt Zukunft!: \u201eNiemand darf aufgrund seines Geschlechts, Herkunft, Religion, <em>Familienstands<\/em>, Behinderung oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Eine Gleichstellung ist genau dann erreicht, wenn diese Eigenschaften in Entscheidungsprozessen keine Rolle spielen. (&#8230;) <em>Projekt Zukunft!<\/em> lehnt Quotenregelungen als diskriminierendes Element ab.\u201c<\/p>\n<h2>(2) &#8222;Gendern&#8220;<\/h2>\n<p><strong>&#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;<\/strong> switcht zwischen dem generischen Maskulinum und dem Binnen-I (Fu\u00dfg\u00e4nger, ArbeitnehmerInnen&#8230;).<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Demokratische Linke&#8220;<\/strong> benutzt das Gender_Gap.  Abwechselnd &#8222;*&#8220; und &#8222;_&#8220;.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Jusos&#8220;<\/strong> sind etwas konfus und benutzen zwar das Gender_Gap &#8222;_&#8220;, jedoch auch das generische Maskulinum, weiterhin das Binnen-I und zus\u00e4tzlich noch die explizite Erw\u00e4hnung beider Geschlechter. (z.B. Mathematiker_innen, Absolventinnen und Absolventen, BewohnerInnen, &#8222;Entscheidungstr\u00e4ger&#8220;)<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Demokratie&#8220;<\/strong> benutzt das generische Maskulinum. Erw\u00e4hnt jedoch auch weibliche und m\u00e4nnliche Personen.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Linke.SDS&#8220;<\/strong> switcht zwischen dem generischen Maskulinum und dem Gender_Gap &#8222;_&#8220;.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni.&#8220;<\/strong> wechselt zwischen Binnen-I, generischem Maskulinum und der Erw\u00e4hnung von weiblicher und m\u00e4nnlicher Form.<\/p>\n<p>Ausschlie\u00dflich in generischem Maskulinum schrieben: &#8222;LHG&#8220;, &#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220; und &#8222;Projekt Zukunft!&#8220;<br \/>\n&#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220; und Projekt Zukunft! trieben dies soweit bestehende Institutionen, wie das Studierendenparlament oder den Allgemeinen Studierendenausschuss lieber &#8222;Studentenparlament&#8220; und &#8222;Studentenausschuss&#8220; zu nennen.<\/p>\n<h2> (3) Feminismus  und Gleichstellung<\/h2>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni.&#8220;<\/strong> ist f\u00fcr &#8222;effektive Frauenf\u00f6rderung, f\u00fcr die Durchsetzung der Gleichberechtigung auf allen Ebenen.&#8220;<\/p>\n<p>Die <strong>&#8222;Jusos&#8220; <\/strong>sind f\u00fcr die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Die <strong>&#8222;Demokratische Linke&#8220;<\/strong> erw\u00e4hnen  Feminismus und Gleichstellung explizit und erkl\u00e4ren sich selbstkritisch Teil einer feministischen Jugendbewegung. Konkret kritisieren sie den jetztigen Kern-AStA (11 Referenten \/ 3 Referentinnen) und verk\u00fcnden den Willen bei einer AStA-Bildung mehr Referentinnen als Referenten stellen zu wollen.<\/p>\n<p>Keine explizite Erw\u00e4hnung findet Feminismus und Gleichstellung bei: &#8222;Linke.SDS&#8220;, &#8222;Die Demokratie&#8220;, &#8222;LHG&#8220;, &#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;.<br \/>\nExplizit gegen &#8222;Frauenquoten&#8220; sprechen sich &#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220; und &#8222;Projekt Zukunft!&#8220; aus.<\/p>\n<h2>(4) Autonome Referate<\/h2>\n<p>Die <strong>&#8222;Jusos&#8220; <\/strong>schreiben, dass sie die &#8222;erfolgreiche Arbeit der autonomen Referate f\u00fcr Schwule und Lesben&#8220; unterst\u00fctzen. Wir m\u00f6chten an dieser Stelle erw\u00e4hnen, dass das queer-feministische Frauenrefeat und das Schwulen-Trans*-Queer-Referat Schwule und Lesben vertreten, wir jedoch auch weitere  Personengruppen vertreten.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni.&#8220;<\/strong> benennt alle autonomen Referate explizit. QFFR und STQR werden explizit hervorgehoben und f\u00fcr unterst\u00fctzenswert befunden.<\/p>\n<p>Nicht erw\u00e4hnt werden Autonome Referate von &#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;, &#8222;Demokratische Linke&#8220;, &#8222;Die Demokratie&#8220;, &#8222;Linke.SDS&#8220;.<\/p>\n<p>Die StudentenUnion (RCDS) w\u00fcrde gerne anstatt des QFFRs und des STQRs ein Gleichstellungsreferat einf\u00fchren. Das &#8222;Projekt Zukunft!&#8220; hat auch diese Forderung \u00fcbernommen und w\u00fcrde diesem Referat eine einzige Stelle einr\u00e4umen. Dies hie\u00dfe, dass mit einer einzigen Stelle die Arbeit von normalerweise 5 Personen (momentan 4) gedeckt werden w\u00fcrden. Die Arbeit soll also dem Wunsch der (beiden) Liste(n) minimiert werden. Trotzdem erw\u00e4hnt &#8222;Projekt Zukunft!&#8220; alle autonomen Referate samt Links zu den Webseiten.<\/p>\n<p>Die &#8222;LHG&#8220; spricht von keinen Stellenk\u00fcrzungen bei den autonomen Referaten von Ausl\u00e4ndischer Studierendenvertretung und auch \u201eStudieren mit Kind\u201c wird erw\u00e4hnt. Die nicht-Erw\u00e4hnung des queer-feministischen Frauenreferats (QFFR) und des Schwulen-Trans*-Queer-Referats (STQR) k\u00f6nnte den R\u00fcckschluss erm\u00f6glichen, dass nicht-heterosexuelle Identit\u00e4ten und\/oder die F\u00f6rderung von Frauen unerw\u00fcnscht ist\/sind.<\/p>\n<h2>(5) Rechtsradikalismus <\/h2>\n<p><strong>&#8222;Linke.SDS&#8220;<\/strong> definieren sich explizit antifaschistisch und schreiben von der Fortf\u00fchrung ihrer T\u00e4tigkeit im B\u00fcndnis gegen Rechts und sprechen sich f\u00fcr die Zusammenarbeit und F\u00f6rderung von linken Strukturen der Stadt (<a href=\"http:\/\/www.ak44.de.vu\/\">AK44\/Infoladen<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.cafe-amelie.de\/\">Caf\u00e9 Am\u00e9lie<\/a>) aus.<\/p>\n<p><strong>&#8222;LHG&#8220;<\/strong> sprechen sich explizit gegen \u201erechtes Gedankengut\u201c und \u201erechte Strukturen im Umfeld der JLU\u201c aus.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni.&#8220; <\/strong>lehnen Rassismus ebenso, wie Burschenschaften und schlagenden Verbindungen ab. Sie stellen sich gegen faschistische Gruppen und bekr\u00e4ftigen die Zusammenarbeit mit linken Strukturen der Stadt (<a href=\"http:\/\/www.ak44.de.vu\/\">AK44\/Infoladen<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.cafe-amelie.de\/\">Caf\u00e9 Am\u00e9lie<\/a>)<\/p>\n<p>Die <strong>Jusos<\/strong> lehnen Rassismus, Burschenschaften (Sexismus, Nationalismus, etc.) ab und bekr\u00e4ftigen die Fortf\u00fchrung der Mitarbeit im B\u00fcndnis gegen Rechts. Sie sehen &#8222;Verstrickungen zwischen Neonazis, Burschenschaften und dem RCDS&#8220;.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Demokratische Linke&#8220;<\/strong> bekundet einen antifaschistischen Grundkonsens und die Ablehnung von Burschenschaften.<\/p>\n<p>Keine Erw\u00e4hnung von Rechtsradikalismus, Rassismus, usw. findet sich in den Wahlprogrammen von: &#8222;Projekt Zukunft!&#8220;, &#8222;Die Demokratie&#8220;, &#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220;, &#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Projekt Zukunft!&#8220; will &#8222;dem politischen Links- und Rechtsextremismus innerhalb der Verfassten Studentenschaft entgegen (&#8230;) wirken.&#8220;<\/p>\n<h2>(6) Barrierefreiheit <\/h2>\n<p><strong>&#8222;Uni Gr\u00fcn&#8220;<\/strong> fordern Online-Vorlesungen und haben in ihrem Wahlprogramm Forderungen nach Umsetzung \u201ebarrierefreier Zust\u00e4nde\u201c verankert, sie wollen mehr barrierefreie Webseiten und geschulten DozentInnen im Umgang mit allt\u00e4glichen Barrieren.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Jusos&#8220;<\/strong> erw\u00e4hnen Gehbehinderte, Sehbehinderte und Menschen mit &#8222;gesundheitlichen  Beeintr\u00e4chtigungen&#8220;. Eine ihrer konkreten Forderungen im Bezug auf Barrierefreiheit ist die  Forderung nach einer barrierefreien, \u201ebogenf\u00f6rmigen Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke\u201c zwischen  Phil1 und Phil2.<\/p>\n<p><strong>&#8222;LHG&#8220;<\/strong> erw\u00e4hnt &#8222;k\u00f6rperlich Behinderte&#8220;. Sie sprechen sich f\u00fcr die Priorit\u00e4t von Barrierefreiheit gegen\u00fcber Denkmalschutz oder \u00e4sthetischen Erw\u00e4gungen aus.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Unsere Uni.&#8220;<\/strong> erw\u00e4hnen Behinderung. Es wird der Verein <a href=\"http:\/\/zsl-giessen.de\/\">\u201eZentrum selbstbestimmt Leben Gie\u00dfen e.V.\u201c<\/a> erw\u00e4hnt und sich f\u00fcr die Umsetzung der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UN-Konvention_%C3%BCber_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen\">UN-Behindertenkonvention<\/a> an der Universit\u00e4t ausgesprochen.<\/p>\n<p>Barrieren werden nicht konkret von folgenden Listen benannt: &#8222;Demokratische Linke&#8220;, &#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220;, &#8222;Die Demokratie&#8220;, &#8222;Projekt Zukunft!&#8220;, &#8222;Linke.SDS&#8220;,<\/p>\n<h2>(7)Sonstiges<\/h2>\n<p>Die <strong>&#8222;Demokratische Linke&#8220;<\/strong> weist das Alleinstellungsmerkmal Radikaldemokratie auf.<\/p>\n<p>Die <strong>&#8222;Jusos&#8220;<\/strong> wollen eine Aufkl\u00e4rungskampagne zum Thema HIV\/AIDS, in Verbindung mit Initiativen\/Vereinen, wie der Aids-Hilfe Gie\u00dfen, durchf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Demokratie&#8220;<\/strong> ist eine Hochschulliste, mit einer einzigen Forderung: Es sollen direktere Entscheidungen des Studierendenparlament und AStA von den Studierenden mitbestimmt werden. Dies soll mittels Online-Abstimmungen geschehen. Dadurch ist nicht klar, wie die Liste im StuPa agieren w\u00fcrde, oder ob sich die Liste generell f\u00fcr die Abschaffung von StuPa und AStA einsetzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In der Liste <strong>&#8222;Projekt Zukunft!&#8220;<\/strong> treten Personen aus Burschenschaften und Verbindungen, wie z.B. Germania, Unitas Maria Montessori, Alemannia, &#8230; zur Wahl an.<br \/>\n<strong>&#8222;Projekt Zukunft!&#8220;<\/strong> fordert einen monatlichen T\u00e4tigkeitsbericht von den AStA-&#8222;Referenten&#8220;.<br \/>\n<strong>&#8222;Projekt Zukunft!&#8220;<\/strong> ist gegen die F\u00f6rderung von <a href=\"http:\/\/globalemittelhessen.de\/\">globalisierungskritischen Filmfestivals<\/a>.<\/p>\n<p>Dass die Wahlprogramme von <strong>&#8222;StudentenUnion (RCDS)&#8220;<\/strong> und <strong>&#8222;Projekt Zukunft!&#8220;<\/strong> in vielen Teilen im Wortlaut miteinander \u00fcbereinstimmen ist h\u00f6chst mysteri\u00f6s.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir stellen nun die &#8222;Erkenntnisse&#8220; vor, die wir aus dem Lesen der einzelnen Wahlprogramme erhalten haben. Warum wir uns die Wahlprogramme nach den einzelnen Gesichtspunkten angeschaut haben, erl\u00e4uterten wir hier. 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