{"id":203,"date":"2012-02-23T16:35:58","date_gmt":"2012-02-23T14:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/2012\/02\/23\/23-02-2012-pressemitteilung-der-menschenrechtsorganisation-zwischengeschlecht-org-im-bezug-auf-die-kommende-stellungnahme-des-deutschen-ethikrats-zu-intersexualitaet\/"},"modified":"2013-01-20T21:14:42","modified_gmt":"2013-01-20T20:14:42","slug":"23-02-2012-pressemitteilung-der-menschenrechtsorganisation-zwischengeschlecht-org-im-bezug-auf-die-kommende-stellungnahme-des-deutschen-ethikrats-zu-intersexualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abstqr-giessen.de\/?p=203","title":{"rendered":"23.02.2012 &#8211; Pressemitteilung der Menschenrechtsorganisation &#8222;zwischengeschlecht.org&#8220; im Bezug auf die kommende Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zu &#8222;Intersexualit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;<strong>Ethikrat: 150-j\u00e4hrige Geschichte der Genitalverst\u00fcmmelungen in Kinderkliniken jetzt beenden!<\/strong><\/p>\n<p>Heute pr\u00e4sentiert der Deutsche Ethikrat in Berlin seine Stellungnahme zu &#8222;Intersexualit\u00e4t&#8220;. Zahllose Betroffene erhoffen sich davon entscheidende Impulse zur Beendigung der verheerenden kosmetischen Genitaloperationen an &#8222;uneindeutigen&#8220; Kindern. Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird zuvor eine Stunde lang \u00fcber die blutige Geschichte dieser &#8222;westlichen Genitalverst\u00fcmmelungen&#8220; informieren und mit einer farbenfrohen friedlichen Aktion die politisch Verantwortlichen zum Handeln auffordern (09:30-10:30 Uhr vor dem dbb forum, Friedrichstra\u00dfe 169\/170, 10117 Berlin).<\/p>\n<p>Seit \u00fcber 150 Jahren experimentieren westliche Chirurgen an Kindern mit &#8222;abnormalen Geschlechtsteilen&#8220; oder &#8222;Hermaphroditen&#8220;, wie sie es zun\u00e4chst nannten. Zwar waren im 19. Jahrhundert fragw\u00fcrdige Praktiken wie zum Beispiel Klitorisamputationen auch bei &#8222;normalen M\u00e4dchen&#8220; verbreitet. W\u00e4hrend bei diesen in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhundert die Unmenschlichkeit solcher &#8222;Heilmittel&#8220; erkannt wurde und die Mediziner davon abkamen, wurden ab 1950 bei &#8222;Intersexuellen&#8220; (wie der medizinische Fachbegriff nun lautete) Genitalamputationen und sonstige verst\u00fcmmelnde Operationen ausgeweitet und ab ca. 1960 fl\u00e4chendeckend und systematisch im Kindesalter durchgef\u00fchrt. Heute reden die Mediziner von &#8222;Genitalkorrekturen&#8220; bei &#8222;St\u00f6rungen der Geschlechtsentwicklung&#8220; und allein in Deutschland wird jeden Tag mindestens ein wehrloses Kind einem solchen Eingriff unterzogen &#8211; ohne dessen Einwilligung, ohne medizinische Notwendigkeit, ohne Evidenz und obwohl Betroffene seit bald 20 Jahren \u00f6ffentlich dagegen protestieren.<\/p>\n<p>Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org appelliert an die Verantwortlichen in Politik und Justiz, jetzt konkrete Schritte einzuleiten, um diese menschenrechtswidrigen Genitalverst\u00fcmmelungen in unseren Kinderkliniken endlich zu stoppen. Seit 1996 hatte die Bundesregierung die Anliegen der Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen im Kindesalter ignoriert und geleugnet. Noch 2010 verk\u00fcndete der Berliner Senat \u00fcber &#8222;keine Erkenntnisse \u00fcber konkrete F\u00e4lle mit derartigen Eingriffen oder Therapien&#8220; zu verf\u00fcgen. Noch 2011 leugnete der Bremer Gesundheitsstaatsrat Hermann Schulte-Sasse im Bremer Landtag \u00f6ffentlich das Fortdauern der Zwangsoperationen. Obwohl bereits 2008 das K\u00f6lner Landgericht entschieden hatte, im Fall von Christiane V\u00f6lling sei &#8222;das Selbstbestimmungsrecht der Kl\u00e4gerin in ganz erheblichem Ma\u00dfe verletzt worden&#8220;.<\/p>\n<p>Auch dass der Deutsche Ethikrat nun heute eine Stellungnahme pr\u00e4sentiert, geschah letztlich erst, nachdem sich Betroffene an das UN-Komitee CEDAW wandten und dieses 2009 die Bundesregierung zum Handeln aufforderte. Eine Kritik, die erst letztes Jahr das UN-Komitee gegen Folter erneut bekr\u00e4ftigte. Auch der UN-Menschenrechtsrat wird sich dieses Jahr zum ersten Mal mit diesem Thema befassen.<\/p>\n<p>Laut BMBF-finanzierten Studien werden heute noch 90% aller Betroffenen im Kindesalter oft mehrfach irreversibel kosmetisch genitaloperiert. Ihr Schrei nach Gerechtigkeit darf nicht mehr l\u00e4nger ignoriert, ihre berechtigten Anliegen d\u00fcrfen nicht mehr weiter auf die lange Bank geschoben oder f\u00fcr Geschlechterpolitik instrumentalisiert werden. Niemand mehr wird sp\u00e4ter mit gutem Gewissen sagen k\u00f6nnen, man habe es nicht gewusst. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.<\/p>\n<p>Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie &#8222;Menschenrechte auch f\u00fcr Zwitter!&#8220;.<\/p>\n<p>Betroffene sollen sp\u00e4ter selber dar\u00fcber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.&#8220;<\/p>\n<p>Eine Pressemitteilung von zwischengeschlecht.org, <a href=\"http:\/\/blog.zwischengeschlecht.info\/\">http:\/\/blog.zwischengeschlecht.info\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ethikrat: 150-j\u00e4hrige Geschichte der Genitalverst\u00fcmmelungen in Kinderkliniken jetzt beenden! 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