{"id":241,"date":"2012-08-29T21:12:24","date_gmt":"2012-08-29T19:12:24","guid":{"rendered":"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/?p=130"},"modified":"2013-01-20T21:18:58","modified_gmt":"2013-01-20T20:18:58","slug":"csd-mittelhessen-2012-unsere-demonstrationsinhalte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abstqr-giessen.de\/?p=241","title":{"rendered":"CSD-Mittelhessen 2012 \u2013 Unsere Demonstrationsinhalte"},"content":{"rendered":"<p>Am 01.September 2012 findet der <a href=\"http:\/\/www.csd-mittelhessen.de\">CSD-Mittelhessen<\/a> statt. Zum ersten Mal nach 18 Jahren findet wieder ein CSD (Christopher Street Day) in Gie\u00dfen statt. Wir, als Autonomes Schwulen-Trans*-Queer-Referat im AStA der JLU Gie\u00dfen, nehmen daran mit Personen aus dem Referat und solidarischen Einzelpersonen aus dem Umfeld an der Demonstration teil.<\/p>\n<p>Nachtrag: Die Fotos, welche nicht die antihomophobe-Aktion-Fahne darstellen, sind von <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/fitz_carraldo\/\">Fitz_Carraldo<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/images\/antihomophobeaktion.jpg\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Es g\u00e4be viele Forderungen und Themen, die wir h\u00e4tten ansprechen k\u00f6nnen. Darunter die Genitalverst\u00fcmmelung von Kindern mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen am UKGM, gegen die wir in diesem Jahr schon demonstriert haben, oder die Praxis, dass Schwule, MSM (M\u00e4nner, die Sex mit M\u00e4nnern haben) und m\u00e4nnliche, sowie weibliche Prostituierte von der Blutspende ausgeschlossen werden, was im deutschsprachigen Raum Praxis ist, jedoch in anderen L\u00e4ndern nicht oder nicht mehr der Fall ist. Auch die Rehabilitierung der nach \u00a7175 verurteilten Personen, die nach 1945 verurteilt wurden, ist ein Thema, das noch aktuell ist: Personen die damit bestraft wurden sind bis heute rechtskr\u00e4ftig auf Grund von homosexuellen Handlungen verurteilt: Ist das gerecht? Ein weiteres wichtiges Thema ist die Diskriminierung von Personen, die in Deutschland Asyl beantragen wegen einer Verfolgung auf Grund der eigenen sexuellen Identit\u00e4t oder der Geschlechtsidentit\u00e4t, also beispielsweise weil sie aus L\u00e4ndern kommen, in denen Homosexualit\u00e4t noch als Straftatbestand verfolgt wird oder Queers generell ausgegrenzt werden. In Deutschland, \u00e4hnlich wie in vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird die Verfolgung auf Grund der sexullen Orientierung trotz harter Strafen der Herkunftsl\u00e4nder (teilweise die Todesstrafe) nicht ad\u00e4quat ernstgenommen. Dies kritisieren wir aufs sch\u00e4rfste.<\/p>\n<p>Aus kapazit\u00e4ren Gr\u00fcnden haben wir uns f\u00fcr 2 Hauptthemen entschieden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/images\/CSDmitFry.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/images\/CSDmitFry.jpg\" height=\"300\" \/> <\/a><br \/>\n(Zum Vergr\u00f6\u00dfern klicken.)<\/p>\n<h3>1. \u00d6ffnung der Ehe f\u00fcr Schwule und Lesben vs. Abschaffung der Ehe:<\/h3>\n<p>Erst Ehe(privilegien) f\u00fcr Lesben und Schwule \u00f6ffnen&#8230; oder doch lieber gleich Ehe(privilegien) abschaffen <strong>f\u00fcr alle<\/strong>?<br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em><br \/>\nDie heterosexuelle Ehe ist eine Institution, welche davon lebt, dass sie alle partnerschaftlichen Verbindungen zwischen Personen ausschlie\u00dft, die nicht heterosexuell sind und\/oder die nicht in der Ehe leben m\u00f6chten. Viele Schwule und Lesben fordern eine Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit der heterosexuellen Ehe, andere fordern eine \u00d6ffnung der heterosexuellen Ehe, so dass auch Schwule und Lesben heiraten k\u00f6nnen. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist die komplette Abschaffung der religi\u00f6s tradierten und diskriminierenden Institution der Ehe. Selbst wenn Lesben und Schwule heiraten k\u00f6nnten und in Sachen Steuerrecht, Adoptionsrecht, etc. gleichgestellt werden w\u00fcrden, hie\u00dfe es, dass trotzdem weitere Gruppen ausgeschlossen w\u00e4ren. Beispielsweise Menschen, die polyamor\u00f6s leben (mit mehreren Partner_innen zusammen sind). Diese k\u00f6nnen h\u00f6chstens eine_n ihrer Partner_innen heiraten bzw. sich mit ihr_ihm verpartnern. Polyamor\u00f6s lebenden Menschen ist die gesellschaftliche Teilhabe auch sonst in vielen Punkten erschwert.<\/p>\n<p><strong>Wir pl\u00e4dieren f\u00fcr die Abschaffung der Ehe<\/strong>. Mit der Abschaffung der Ehe w\u00fcrde eine Gleichbehandlung und Gleichstellung der Menschen in h\u00f6herem Ma\u00dfe stattfinden. Eine Alternative w\u00e4re die Schaffung einer vollkommen unbelasteten Institution, welche die Eintragung f\u00fcr besonders nahstehende Personen erm\u00f6glicht. Dies w\u00fcrde beispielsweise den Besuch im Krankenhaus vereinfachen oder gew\u00fcnschte Vorz\u00fcge beim Erbrecht erbringen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/images\/7908644188_c686bb5218_k.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/schwulenreferat.blogsport.de\/images\/7908644188_c686bb5218_k.jpg\" height=\"300\" \/> <\/a><br \/>\n(Zum Vergr\u00f6\u00dfern klicken.)<\/p>\n<h3>2. Reform des Transsexuellengesetzes (TSG) in sinnvoller Weise:<\/h3>\n<p>&#8211; <strong>Ohne Begutachtungszwang<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em> Trans*-Personen sind f\u00fcr eine Personenstands- und eine Vornamens\u00e4nderung darauf angewiesen, dass Psycholog_innen Gutachten f\u00fcr sie erstellen. So entscheiden diese Gutachter_innen, ob die Transm\u00e4nner, Transfrauen und weitere Trans*-Personen &#8222;wirklich&#8220; transident sind. Trans*-Personen werden dadurch pathologisiert und ihnen wird das Selbstbestimmungsrecht entzogen, da letztendlich \u00fcber sie entschieden wird und es von 2 Gutachter_innen abh\u00e4ngt, ob die jeweiligen Personen transident &#8222;sein d\u00fcrfen&#8220; oder nicht.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Ohne Pathologisierung<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em> Transsexuelle, Transidente und Transgender werden pathologisiert. Nur durch die Diagnose &#8222;Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung&#8220; k\u00f6nnen bei Krankenkassen Mittel f\u00fcr eventuelle geschlechtsangleichende Ma\u00dfnahmen in Anspruch genommen werden. Wir wehren uns gegen die Diagnose &#8222;Geschlechtsidentit\u00e4tsst\u00f6rung&#8220; und fordern die Selbstverst\u00e4ndlichkeit von Kosten\u00fcbernahmen durch Krankenkassen ohne Trans* (Sammelbegriff f\u00fcr Transgender, Transidentit\u00e4t und Transsexualit\u00e4t) einen Krankheitstatus zuzuweisen.<\/p>\n<p>&#8211; <strong>F\u00fcr eine Vereinfachung der Personenstands\u00e4nderung und der Vornamens\u00e4nderung<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em> \u00c4hnlich wie seit Kurzem in Argentinien Praxis fordern wir eine Vereinfachung der b\u00fcrokratischen und kr\u00e4ftezehrenden Verfahren. Wir schlie\u00dfen uns dem <a href=\"http:\/\/www.tsgreform.de\/\">Arbeitskreis TSG-Reform<\/a> an und fordern: &#8222;Anstelle des gerichtlichen Verfahrens \u00c4nderung des Vornamens und des Personenstandes auf Antrag bei der f\u00fcr das Personenstandswesen zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde.&#8220;<\/p>\n<p>&#8211; <strong>F\u00fcr Vielfalt statt bin\u00e4rem Geschlecht<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em> In der Bundesrepublik Deutschland ist durch das Transsexuellengesetz rechtlich Platz geschaffen worden f\u00fcr Trans*-Menschen. Diese M\u00f6glichkeit beinhaltet jedoch nur die M\u00f6glichkeit Mann oder Frau zu sein, nicht beides und nichts dar\u00fcber hinaus. Transgender-Personen und andere Personen, die sich ausserhalb des bin\u00e4ren Bereichs (Mann-Frau) definieren und zwar innerhalb eines Geschlechts-Spektrums, welches viele weitere Formen oder nicht-Formen von Geschlecht beinhaltet, finden rechtlich keinen Platz. T\u00e4glich werden sie darauf angesprochen, in dem sie mit &#8222;Herr&#8220; oder &#8222;Frau&#8220; bezeichnet werden. Wir fordern: \u00d6ffnung des Personenstands um zahlreiche weitere Geschlechtseintr\u00e4ge oder die weitgehende Abschaffung des Personenstandes an sich: Welchen Zweck erf\u00fcllt schon der bin\u00e4re Personenstandseintrag, wenn selbst Frauen und M\u00e4nner angeblich gleichberechtigt sind?<\/p>\n<p>&#8211; <strong>F\u00fcr die rechtliche M\u00f6glichkeit von fluiden Geschlechtern statt starrer Zuordnung<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nErl\u00e4uterung:<\/em> Ebenso wie die rechtliche M\u00f6glichkeit von Transgender-Personen, also Personen, die sich weder (eindeutig) als Frau, noch (eindeutig) als Mann definieren, fordern wir eine Beachtung fluider Geschlechter: Geschlecht ist kein feststehendes Faktum. Im Laufe des Lebens entwickeln sich Menschen weiter, ver\u00e4ndern sich \u2013 und zwar umfangreich. Ebenso kann sich das Geschlechtsempfinden ver\u00e4ndern, wechseln, oder auch gleichbleiben.<\/p>\n<p><strong>Am Samstag treffen wir uns ab 11.30 Uhr am Berliner Platz. Lauft mit uns und zeigt, dass ein CSD mit politischen Forderungen durchaus schick sein kann!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 01.September 2012 findet der CSD-Mittelhessen statt. Zum ersten Mal nach 18 Jahren findet wieder ein CSD (Christopher Street Day) in Gie\u00dfen statt. Wir, als Autonomes Schwulen-Trans*-Queer-Referat im AStA der JLU Gie\u00dfen, nehmen daran mit Personen aus dem Referat und solidarischen Einzelpersonen aus dem Umfeld an der Demonstration teil. 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