{"id":642,"date":"2013-01-21T16:00:03","date_gmt":"2013-01-21T15:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwulenreferat-gi.de\/?p=642"},"modified":"2013-01-21T16:01:17","modified_gmt":"2013-01-21T15:01:17","slug":"kassel-stellungnahme-des-orga-teams-und-des-asta-zu-den-anfeindungen-gegen-die-podiumsdiskussion-herrschaft-durch-sprache-geschlechtergerechte-sprache-in-universitat-und-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abstqr-giessen.de\/?p=642","title":{"rendered":"Kassel: Stellungnahme des Orga-Teams und des AStA zu den Anfeindungen gegen die Podiumsdiskussion \u201eHerrschaft durch Sprache \u2013 Geschlechtergerechte Sprache in Universit\u00e4t und Alltag\u201c"},"content":{"rendered":"<p>An der Universit\u00e4t Kassel findet am 29. Januar 2013 eine Podiumsdiskussion mit dem Titel \u201cHerrschaft durch Sprache &#8211; Geschlechtergerechte Sprache in Universit\u00e4t und Alltag\u201d statt. Organisiert wird diese Veranstaltung als Kooperation des Autonomen Referats f\u00fcr Frauen und Geschlechterpolitik gemeinsam mit dem AStA der Universit\u00e4t Kassel.<\/p>\n<p>Anfang Januar 2013 haben wir eine Facebook-Veranstaltung erstellt, um diese Podiumsdiskussion zu bewerben. Dort entstand eine Diskussion, die aus unserer Sicht leider sehr schnell unsachlich wurde. Den Organisator*innen wurde vorgeworfen, die Podiumsteilnehmer*innen nicht kontrovers genug ausgesucht zu haben, da sich f\u00fcr das Podium auch eine antifeministische Perspektive gew\u00fcnscht worden w\u00e4re. Au\u00dferdem kam es zu pers\u00f6nlichen Angriffen und Beleidigungen gegen\u00fcber den eingeladenen Podiumsteilnehmer*innen.<\/p>\n<p>Leider gelang es uns, der Organisationsgruppe der Veranstaltung, nicht zu intervenieren, so dass die Diskussion bei unserer Facebookveranstaltung eine Form angenommen hat, die f\u00fcr uns nicht l\u00e4nger tragbar war. Am 17.01.2013 haben wir uns daher dazu entschlossen, die Diskussion zu l\u00f6schen und die Kommentarfunktion zu sperren. Wir erhoffen uns so, die Pers\u00f6nlichkeitsrechte der Podiumsteilnehmer*innen zu sch\u00fctzen und jeglichen Sexismus, von dem die Diskussion begleitet wurde, weitestgehend einzud\u00e4mmen. Unsere freie Meinung war, in diesem Fall eine von uns erstellte Facebook-Seite nicht f\u00fcr pers\u00f6nliche Angriffe und Beleidigungen zur Verf\u00fcgung stellen zu wollen.<br \/>\nZiel der Veranstaltung soll sein, einen facettenreichen und vor allem fundierten \u00dcberblick und verschiedene Perspektiven zu geschlechtergerechter Sprache zu schaffen, ohne in eine Grundsatzdiskussion zu verfallen, die meist subjektiv, sprachlich unsensibel und nicht wissenschaftlich gef\u00fchrt wird. Wir sind der Meinung, dass wir durch die von uns eingeladenen Redner*innen diesen Veranstaltungszielen mehr als gerecht werden k\u00f6nnen. Wie auch aus dem Einladungstext hervorgeht, ist keine Diskussion vorgesehen, ob geschlechtergerechte Sprache \u00fcberhaupt wichtig ist, sondern dies wird vielmehr als Grundlage f\u00fcr die Diskussion genommen, wie eine \u00dcberwindung des omnipr\u00e4senten Sexismus\u2019 erreicht werden kann. F\u00fcr eine Diskussion \u00fcber die Existenz des Sexismus\u2019 w\u00e4re eine kontroverse Diskutantenrunde obligatorisch, f\u00fcr eine Diskussion auf der Suche nach einer gemeinsamen L\u00f6sung ist ein Konsens unabdingbar.<br \/>\nWir sind nach wie vor gespannt auf die Veranstaltung und freuen uns auf einen kritischen, respektvollen Diskurs und die gemeinsame Erarbeitung von Handlungsstrategien im Umgang mit strukturellem Sexismus auf gesamtgesellschaftlicher, sowie universit\u00e4rer Ebene.<\/p>\n<p>Des Weiteren legen wir all jenen Menschen nah, die sich von dem Thema in dieser Form nicht angesprochen f\u00fchlen, sowie all jenen, die sich gar angegriffen und\/oder verletzt f\u00fchlen, weniger Zeit und Energie in eine Hetzkampagne gegen die geplante Podiumsdiskussion zu investieren, sondern sich inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Veranstaltenden sind jederzeit per E-Mail erreichbar, um beispielsweise eure Verst\u00e4ndnisfragen zu beantworten und Unsicherheiten oder gar \u00c4ngste aufzufangen und weitestgehend aus der Welt zu schaffen. Auch mit Informationen zu wissenschaftlich fundierter Literatur k\u00f6nnen wir euch ausreichend f\u00fcttern, um die M\u00f6glichkeit zu geben, sich in der komplexen Welt der Geschlechterpolitik zurechtzufinden. Wir hoffen, dass wir so dazu beitragen k\u00f6nnen eine Ebene zu schaffen, auf der ein (sprachlich) sensibler Diskurs \u00fcber ein sensibel zu behandelndes Thema gef\u00fchrt werden kann, der sich bem\u00fcht keine weiteren Diskriminierungsmomente zu reproduzieren.<\/p>\n<p>Obwohl uns die Reaktionen und vor allem die Art und Weise wie diese ge\u00e4u\u00dfert wurden, zutiefst ersch\u00fcttert haben, konnte unsere Vorfreude auf die Podiumsdiskussion nicht gemindert werden. Wir stehen nach wie vor hinter unserem Veranstaltungskonzept und m\u00f6chten uns bei unseren Unterst\u00fctzer*innen daf\u00fcr bedanken, dass sie sich nicht von dem anti-emanzipatorischen \u00c4u\u00dferungen provozieren lie\u00dfen und uns im Hintergrund fernab einer Facebook-Diskussion supporten. Wir werden es uns nicht nehmen lassen auch in Zukunft emanzipatorische Veranstaltungen an der Universit\u00e4t durchzuf\u00fchren bzw. zu unterst\u00fctzen, um weiterhin auf gesellschaftliche Missst\u00e4nde aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine emanzipatorische Gesellschaft frei von Unterdr\u00fcckung und Diskriminierung. F\u00fcr einen linksradikalen Feminismus!<\/p>\n<p>Wurde zuerst hier ver\u00f6ffentlicht: <a href=\"http:\/\/www.frauenreferat-kassel.de\/?p=638\">http:\/\/www.frauenreferat-kassel.de\/?p=638<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Universit\u00e4t Kassel findet am 29. 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