03.08.2011 – Stellungnahme zu Angriff auf wuppertaler autonome Referate

Der zukünftige Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Wuppertal hat vor die autonomen Referate zu entmündigen. Hierbei sollen die unterschiedlichen Referate insgesamt nur noch eine einzige Stimme besitzen, obwohl sie die Interessenvertretung aller Frauen, Lesben, Schwuler, Behinderter und chronisch Kranker, sowie ausländischer Student_innen darstellen.

Die Entmündigung der von den autonomen Referaten repräsentierten Gruppen geht mit einer Leugnung der Form und des Umfangs von Benachteiligung und Diskriminierung einher, denen Frauen, Lesben, Schwule, Behinderte und chronisch Kranke, sowie ausländische Student_innen täglich ausgesetzt sind. „Besonders schlimm ist allerdings das fehlende Verständnis für die verschiedenartigen Diskriminierungen – vor allem an der Universität.“ sagt Sascha Tim Fischer, amtierender Schwulenreferent an der Universität Wuppertal. Denn Diskriminierung hat genau so viele Gesichter, wie Personen, die diskriminiert werden.

Bislang galt: Ein_e Referent_in besitzt genau eine Stimme. Dass eine Stimme für alle Referent_innen zu einer Entmündigung der Referate führen wird, deren Existenz eigentlich den Sinn hat, diskriminierten Gruppen Rückhalt und Stimmen zu verleihen, begründet der konservative AStA damit, dass die autonomen Referate von linken Kräften missbraucht werden könnten, die Einfluss auf den AStA nehmen wollen. Diese Angst des AStAs aus „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“ (RCDS), „Liberaler Hochschulgruppe“ (LHG), „Bund türkischer Studierender“ und „der Partei“ ist offenkundig fadenscheinig, da die Möglichkeit der Stimmentziehung durch den AStA bevorsteht und die Einflussnahme nicht von den autonomen Referaten, sondern vom AStA ausgeht.

Dadurch, dass erst im Sommersemester 2010 der gleiche Versuch in Gießen gestartet wurde, allen autonomen Referate ihre Stimmen zu entziehen und durch jeweils eine Stimme pro Referat zu ersetzen, erklären sich das autonome queer-feministische Frauenreferat und das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat der Justus-Liebig-Universität Gießen solidarisch mit den autonomen Referaten der Universität Wuppertal.

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